Hamburg – Die Spritpreise steigen und steigen – Millionen Autofahrer fühlen sich abkassiert! Die Mineralölkonzerne sind trickreich um die passende Ausrede nicht verlegen. In BILD sagen Experten, was davon zu halten ist:
MÄRCHEN: „Die hohen Beschaffungskosten sind schuld!“
Quatsch! Oft gibt es langfristige Lieferverträge, die niedrige Produktionskosten sichern! Ölmarkt-Expertin Prof. Claudia Kemfert, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung: „Die Konzerne machen deshalb so hohe Profite, weil sie Benzin günstig herstellen und teuer verkaufen. Dabei machen Tochterfirmen miteinander Geschäfte. Oft werden nur wenige Dollar pro 159-Liter-Fass Öl gezahlt – das sind ein paar Cent pro Liter.“
MÄRCHEN: „Die hohe US-Nachfrage nach Benzin ist schuld!“
Fakt ist: Das Problem, dass Amerika zu Anfang der wärmeren Jahreszeit („driving season“) den Spritmarkt leerkauft, tritt jedes Jahr auf – gegen die Engpässe unternehmen die Multis aber nichts! Klaus Matthies, Institut HWWI: „Statt in neue US-Raffinerien zu investieren, muten sie den Europäern lieber die hohen Preise zu.“
MÄRCHEN: „Steigende Nachfrage sorgt für Transport-Engpässe und damit höhere Kosten!“
Experten glauben nicht, dass Tanker fehlen, haben einen anderen Verdacht. Klaus Matthies, Institut HWWI: „Vorstellbar wäre, dass Konzern-Tanker absichtlich langsam fahren, um das Öl künstlich zu verknappen und so den Preis zu treiben.“
MÄRCHEN: „Die hohen Steuern sind schuld!“
ADAC-Experte Wolfgang Steichele: „Stimmt nicht! An den aktuellen Erhöhungen sind die Konzerne schuld. Denn: Der Mineralölsteuersatz ist seit Jahren stabil, nur der Mehrwertsteuer-Anteil steigt leicht, wenn die Preise steigen.“
MÄRCHEN: „Spekulanten sind schuld!“
Immerhin: Das Argument stimmt! Claudia Kemfert: „Öl ist reichlich vorhanden, der Preis müsste eher bei 40 bis 50 Dollar als bei 70 Dollar pro Fass liegen. Oft streuen Finanzjongleure Gerüchte über Gefahren, die der Förderung angeblich drohen. Das löst Sorgen und Ängste aus, die den Preis ohne echten Anlass hochtreiben.“
Die Benzin-Bosse haben gut Lachen Michel Mallet, Chef von Total Deutschland. Der französische Ölmulti erwirtschaftete letztes Jahr rund 13 Milliarden Euro.
Uwe Franke, Chef von BP/ARAL Deutschland. Einen Rekordgewinn von rund 17 Milliarden Euro erzielte der britische BP-Konzern 2006
Kurt Döhmel, Chef von Shell Deutschland. Der niederländische Konzern steigerte den Gewinn letztes Jahr auf rund 19 Milliarden Euro – Rekord!
Gernot Kalkoffen, Chef von Exxon Mobil („Esso“). Der US-Konzern machte 2006 einen Rekordgewinn von rund 29 Milliarden Euro
Mich kotzt das langsam auch tierisch an. Wir bezahlen alleine jeden monat nur um auf die Arbeit zu fahren rund 300Euro benzin geld und dann wolln die uns auch noch die KM Pauschale kürzen. Mir fällt dazu nix mehr ein .Wir werden doch alle nur verarscht
Mich betrifft das zwar jetzt nicht direkt da ich einen Firmenwagen habe, aber es ich stelle mir das auch sehr schwierig vor wenn die Preise für Benzin immer teurer werden. Gerade weil öffentliche Verkehrsmittel meist nicht wirklich eine Lösung sind, gerade für Kurzstrecken benötigt man meist 2-3 mal länger wie mit dem PKW hinzu kommen noch die teuren Preise der Bahn und des RMV.
Wenn man dann noch in einer Gegend mit einer geringeren Bevölkerungsdichte wohnt kann man meist erst gar nicht auf Bus oder Bahn ausweichen. Es wird echt Zeit für günstigere Alternativen!!!